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Die Kurzschwerterform kann als die Vertiefungsstufe der Biu Tse verstanden werden. Die außerordentlich komplexe Form dient vor allem der Vervollkommnung der Gesamtkörperstruktur und des Aktionspotentials eines Wing Chun Kämpfers.

Ziel ist es, seine Wirkungsmöglichkeiten zu jedem beliebigen Zeitpunkt, an jedem beliebigen Ort und in jeder beliebigen Intensität zur vollen Entfaltung zu bringen.

In den freien Anwendungen am Partner und auch im Sparring liegt die besondere Herausforderung darin, einen Gegner in einem erweiterten Aktionsraum, auf seiner eigenen Wirkungslinie zu destabilisieren und zu vernichten.

Der mentale Aspekt spielt in der Auseinandersetzung mit scharfen Klingenwaffen natürlich eine ausserordenlich grosse Rolle, denn über Sieg oder Niederlage wird nicht zuletzt auch zwischen den Ohren entschieden.

Alles Erlernte muss vertieft und unter ernüchternden Umständen kritisch betrachtet werden, ist doch bei der Schwertkunst die Verletzungsgefahr bei Unachtsamkeit, Starrheit und Hochmut allgegenwärtig.

Schlussendlich geht es darum, aufgrund klug geplanter Aktionen und angepassten Verhaltensweisen in der Extremsituation einer bewaffneten Auseinandersetzung zu überleben.

Leben und Tod erscheinen dabei so nahe wie noch nie. Ein neues Verständnis ist gefordert; die Bereitschaft, sich selber besser kennen zu lernen, die Illusion abzuschneiden und die Realitäten bedingungslos anzuerkennen.

Der Kampf richtet sich von aussen nach innen, das Wesentliche trennt sich vom Unwesentlichen, und man erkennt, dass man sich selbst der stärkste Gegner ist.