In der Blütezeit des Tempels vor ca. 1300 Jahren, lebten in den Tempelanlagen bis zu 1500 Mönche, von denen etwa 500 zur Verteidigung des Klosters in den Kampfkünsten ausgebildet wurden. Mehrere Male versuchten die Herrscher im damals noch ungeeinten China, die Mönche aus Shaolin für Schlachten und als persönliche Leibwachen einzuspannen, denn sie galten in jener Zeit aufgrund ihrer hochentwickelten Kampfkunst als unbesiegbar und waren für einen Herrscher ein entscheidender Machtfaktor im Land.

Als die Mönche jedoch begannen ihre Macht im Lande aktiv auf der Seite des Chin Kaisers Kang-Hsi in dessen Kampf gegen die Manchu einzusetzen, waren sie politisch nicht mehr neutral und somit auch eine Gefahr für das Kaiserhaus selbst. In einer Nacht- und Nebelaktion und mit Hilfe einiger Mönche aus dem Kloster selbst wurde das Kloster auf Geheiss des Kaisers komplett zerstört und bis auf fünf Meister alle Insassen umgebracht. Die fünf überlebenden Meister versteckten sich erfolgreich vor ihren Verfolgern und es gelang ihnen sich und somit auch die Shaolin-Kampfkünste am Leben zu erhalten. Sie entwickelten in der Folge neue und schneller zu erlernende Kampfsysteme als das ursprüngliche Shaolin-System, welches sehr komplex und daher schwierig zu erlernen ist. Sie unterrichteten die neuen Systeme auch an das gemeine Volk, um mit dessen Unterstützung das ehemalige Kloster wieder aufzubauen und seine Macht wieder herzustellen.

Auch eine buddhistische Nonne mit Namen Ng Mui (NING MUI) setzte sich für die Sache dieser fünf Mönche ein und wurde dafür in den Kampfkünsten unterwiesen. Der Versuch aber, dem Kloster von Shaolin zu neuer Macht zu verhelfen, schlug fehl und alle Meister wurden getötet. Der Nonne Ng Mui aber gelang die Flucht mit dem aufgezeichneten Erbe ihrer Meister. Sie entwickelte aus der Essenz dieses Wissens einen Stil mit Namen Wing Chun, benannt nach einem Mädchen namens Yim Wing Chun (Wunderschöner Frühling), die ihre erste Schülerin wurde.