Jede Qigong-Übung wirkt auf den Körper, den Geist und die emotionale Befindlichkeit. Beim stillen Qigong lernt man, das Qi mit der Vorstellung zu lenken, um so die Leitbahnen und Akupunkturpunkte zu beeinflussen.Beim Qigong in Bewegung beeinflussen langsame körperliche Bewegungen zusammen mit der Vorstellung das Fliessen des Qi über die Leitbahnen und bei den Akupunkturpunkten. Bei den Übungen können zusätzlich bestimmte Punkte massiert oder mit der Handinnenfläche beeinflusst werden, um regulierend auf den Körper einzuwirken.

Die Energie fliesst im menschlichen Körper nicht ziellos umher, sondern sie folgt bestimmten Bahnen. Über das Stimulieren von Punkten auf der Hautoberfläche kann der Energiehaushalt des Menschen beeinflusst werden. Die Lage und die Besonderheiten der einzelnen Punkte sind mittlerweile genau bekannt und beschrieben. Sie liegen auf Leitbahnen, die auf der Hautoberfläche und im Innern des Körpers verlaufen. Es gibt Hauptleitbahnen, die mit bestimmten Organen und Körperteilen in einer engen Beziehung stehen. So steht z. B. die Leber in Verbindung mit den Muskeln und der Spannkraft der Muskeln und Sehnen.

Spricht man bei einzelnen Übungen von Wirkungsschwerpunkten oder Wirkungsweisen, ist dies nur ein Aspekt der ganzen Übung. Jede Qigong-Übung wirkt über die Leitbahnen oder Meridiane regulierend auf den ganzen Körper. Mit speziellen Körperhaltungen, Vorstellungsübungen oder Bewegungen kann man Schwerpunkte setzen.

Qigong-Übungen werden zur Gesundheitsvorsorge, zur Behandlung von Krankheiten in einem frühen Stadium oder zur Unterstützung der Heilung von chronischen Krankheiten praktiziert. Ebenso kann man mit Qigong-Übungen den Körper stärken, die Widerstandskraft erhöhen und die Beweglichkeit und Koordination schulen. Qigong hat auch einen meditativen Aspekt: Entspannung, Ruhe, Konzentration. Qigong und Medizin bildeten im alten China eine untrennbare Einheit, die auf den Grundgedanken der Theorie der 5 Elemente und dem Yin/Yang-Konzept basierte.